Kunstpädagogik: Grammatik der Mimik

 

Zeitgenössische Kunst in Hinblick auf kunstpädagogisches Handeln: Ausgangspunkt ist das Zeit Magazin von Ai Weiwei

“Ai Lao imitiert eine Geste seines Vaters”

 

Kontext: Kunstpädagogisches Vermittlungskonzept entwickelt mit und für SchülerInne im Zusammenhang der Erzieherausbildung: 8 Unterrichtseinheiten

Ziel: Kulturell-kreative Prozesse begleiten
Thema: Reden über Bilder, Grammatik der Mimik
Zielgruppe: Vorschulkinder

“Ai Lao imitiert eine Geste seines Vaters” (Zeit Magazin, S.33)

Eine ausgewählte Fotoarbeit aus dem Unterricht

 

 

Mit bestem Dank für die Fotogenehmigung an Paul Zwicker.

Bildbeschreibung: Zu sehen ist eine Aneinanderreihung von sechs ähnlichen “Passbildern” ein und der selben Person: Paul ist abgebildet. Die Technik ist einfach gehalten: Reduktion auf Schwarz/Weiß, neutraler Hintergrund, ausreichendes und gleichmäßiges Licht. Die schlichte Bildgestaltung fokussiert den Gesichtsausdruck. Selbst mit einfachster Technik, z.B. Foto-Handy, können diese Bilder produziert werden.

Betrachtet man die oberen drei Bilder verändert sich die Mimik: Zuerst ist der Mund neutral, dann gehen die Mundwinkel nach unten; auf dem Bild rechts, gehen die Mundwinkel nach oben. Die Augenbrauen bleiben gleich.

Betrachtet man die beiden rechten Porträts, bleibt die Mimik ähnlich. Was sich verändert hat sind nur die stilisierten Augenbrauen: einmal sind sie nach unten gezogen, einmal nach oben. Im Zentrum steht das Gesicht mit unterschiedlichen Grundemotionen.

Das Medium Fotografie eignet sich für den Vergleich unterschiedlicher Gesichtsausdrücke. Einfach kann nun das Reden über Bilder angeleitet werden.

Vor der Phase des Fotografierens:

Eine Zeichenübung wurde durchgeführt: Ziel war es Grundemotionen mit einfachen Formen darzustellen.

Ausgehend von zeitgenössischer Kunst haben wir gemeinsam überlegt, auf welche Weise es möglich ist, Grundemotionen in einfacher Sprache zu beschreiben. Vorschulkinder können einige Gesichtsausdrücke gut deuten. Die Versprachlichung macht jedoch immer wieder Schwierigkeiten: Mimik besteht aus Richtungslinien. Auge, Augenbrauen und Mund sind Indikatoren für die Interpretation.

 

 

Vita: Wolfgang EschenhagenGastdozent für die Fachbereiche: Kunstpädagogik, Medien, Gestaltung